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Planänderung – Wir ändern die Richtung

Es gibt eine Planänderung, was unsere Reiseroute betrifft. Warum? Weil sich Dinge eben immer mal ändern und das Leben im Wohnmobil mehr Flexibilität verlangt.

Warum die Planänderung

Als wir losfuhren dachten wir, wir kämen gut durch Europa, die Türkei und den Iran, um dann auf die arabische Halbinsel überzusetzen und von dort mit der Fähre in den Sudan einzureisen, die Grenze zu Äthiopien zu passieren und von da an der Ostküste Afrikas gen Süden zu fahren.

Seit unserer Abreise hat sich die Situation im Iran verschärft. Anfangs dachten wir, wir könnten das aussitzen und die Situation beruhigt sich wieder. Bisher ist das aber nicht eingetreten. Doch das allein hat uns nicht dazu gebracht, von der geplanten Reiseroute abzuweichen. Wenn man außerhalb der großen Städte bleibt, so hört man von einigen Overlandern vor Ort, dann ist man weiterhin ziemlich sicher unterwegs.

Geänderte Einreiseformalitäten in Äthiopien

Leider hat aber auch Äthiopien neue Regelungen auf den Tisch gebracht. Viele Overlander stehen aktuell vor der Grenze Äthiopiens und kommen nicht vor und nicht zurück. Teilweise stehen sie schon über eine Woche dort. Der Grund sind die geänderten Einreisebestimmungen. Äthiopien verlangt aktuell, dass der vollen Fahrzeugwert + Fahrradwert (nach Schätzung von äthiopischer Seite) in Bar hinterlegt wird.

Beim besten Willen können und wollen wir diese Summe nicht in einem so unsteten Land hinterlegen. Mal ganz davon abgesehen, das sich auch wieder die Grenzregionen wieder im Kriegszustand befinden. Eine Planänderung musste also her.

Diese neue Situation machte auch die vorherige Überlegung zunichte, von der Türkei nach Ägypten zu verschiffen, denn auch dann müssten wir durch Äthiopien. Außerdem wäre auch hier das Carnet de Passage so teuer, dass wir das Geld nicht in bar hinterlegen könnten. Eine Bankbürgschaft kostet ja auch einiges pro Jahr. Hier hat es vor nicht all zu langer Zeit ebenfalls eine „kleine“ Änderung gegeben. Normal wird, je nach Land, 20-50% des Fahrzeugpreises bei dem ADAC als Zollsicherheit (damit das Fahrzeug dort auch wieder ausgeführt wird) für das jeweilige Land hinterlegt. So das normale vorgehen bei vielen Ländern außerhalb Europas. Ägypten stellt ein Sonderfall da und hier ist zeit kurzem der 2 – 2,5-fache Fahrzeugpreis zu hinterlegen.

Plan B – die Verschiffung unseres Fahrzeugs

Die letzten Tage drehte sich, neben der Erkundung des Peloponnes und Athen, also alles um das weitere Vorankommen. Es gab mögliche Planänderungen und eventuelle Änderungen von den Änderungen. Wir telefonierten, recherchierten und saßen im Familienrat stundenlang zusammen. Das Ergebnis: von Griechenland oder der Türkei ist ein Weiterkommen nach Südafrika schwierig. Alle Fähren nehmen sowieso den Kurs über die Westseite Afrikas. Ben müsste außerdem mindestens einmal umgeladen werden, wenn er hier auf die Fähre geht. Also telefonierten wir mit den bekannten Firmen in Deutschland, ob es möglich sei, direkt nach Südafrika oder Kenia zu verschiffen.

Von deutscher Seite bekamen wir die Info, dass ein Verschiffen nach Südafrika prinzipiell möglich sei – aber wahrscheinlich erst im August. In Südafrika wird gerade am Hafen gestreikt, das wirft das Land mittlerweile schon spürbar zurück. Wann dort wieder Schiffe abgefertigt werden ist unklar. Es entstehen schon höhere Gebühren, weil die anderen Schiffe nicht dorthin fahren können – alles in allem ein wenig Chaos, dass am Ende auch noch teuer ist.

Flexibilität ist gefragt. Die Planänderung ist groß angelegt.

Bei den Telefonaten stellte sich bald heraus, dass eine Verschiffung nach Südafrika also erst frühestens nächsten Sommer möglich wäre und relativ teuer wäre. Aber eine Verschiffung nach Montevideo / Uruguay sei nicht so teuer, sehr sicher und schon im Dezember möglich. Also überlegten wir kurz und buchten.

Planänderung - wo geht es hin

Kein Abbruch der Reise – nur ein Umweg

Ja, genau. Die Planänderung führt uns also erstmal nach Uruguay.

Wir haben mittlerweile unsere Flüge und die Fähre über overlander-shipping.com gebucht. Es geht von Hamburg nach Montevideo.

Ja, das ist ein großer Sinneswandel, aber die Reise nach Südafrika ist damit nicht abgebrochen – wir nehmen nur einen kleinen Umweg in Kauf und erkunden zuerst Südamerika, bevor es wahrscheinlich von Argentinien mit der Fähre nach Südafrika geht. Bis dahin sind die hoffentlich auch mit ihrem Streik zu Potte gekommen.

Für uns heißt das jetzt, dass wir in Europa eine Schleife drehen, noch ein paar andere Länder erkunden und in Richtung Hamburg tingeln. Dafür haben wir noch etwa 4 Wochen Zeit. Also dürfen wir nicht trödeln – Grund zur Eile haben wir aber auch nicht.

Die Rundreise durch Europa war auch in keinster Weise eine Zeitverschwendung oder gar unnötig. Im Gegenteil, sie zeigte uns, wie schön das Leben auf Achse ist. Und nicht zuletzt zeigte sie uns, wie wundervoll Europa ist.

Was hättest du in unserer Situation gemacht? Iran ist weiterhin von Unruhen geplagt, Äthiopien verlangt unmögliche Preise für das Fahrzeug bei der Einreise. Hättest du trotzdem irgendwie versucht, durchzukommen oder welchen Weg hättest du eingeschlagen?

11 Gedanken zu „Planänderung – Wir ändern die Richtung“

  1. Pingback: Das Garmin Tread XL Overland Edition – felsundwald.de

  2. Pingback: Griechenland II und Nordmazedonien - auf-achse-sein.de

  3. South America Feuerland and the east coast are well worth the new plan, it sounds like a good plan and I think a lot more stable than the Horn of Africa. I’ll keep my fingers crossed that all goes well and look forward as always to your next post!

  4. Hallo ihr Lieben,

    Südamerika ist ganz bestimmt auch schön. Ich würde auch lieber den sicheren Weg erkunden. Und aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Vielleicht trefft ihr in Hamburg Simone und wenn Ihr in Hamburg seid und noch Zeit habt, würde ich den Abschnitt an der Elbstrand Blankensee -Elbstrand Wittensee durchstreifen. Hamburg hat so viele schöne Dinge wie Rickmer Rickmers (habe es aber noch nicht ausprobiert). Besucher dürfen für einen Ausblick bis auf 30 m Höhe am Stehenden Gut hochklettern und es gibt eine Escape Room.

    Viel Spaß euch Fünfen.

    Antonia

  5. Guten Morgen ihr Lieben,
    danke für eure Worte. Ja, das stand alles so nicht auf dem Plan. Hat ja auch keiner wissen können, dass Äthiopien jetzt solche Maßnahmen einführt.
    Aber den Kopf in den Sand stecken ist ja bekanntermaßen auch nicht so unser Ding, also geht es eben andersrum weiter. Sehen wollten wir ohnehin beide Kontinente.
    Und ja, das südliche Afrika ist nur aufgeschoben und nicht gestrichen. Nach Südamerika wollen wir schon noch nach Südafrika übersetzen und uns auch die umliegenden Länder dort anschauen.
    Liebe Grüße aus Griechenland

  6. hallo meine lieben,
    alles Schlechte hat auch etwas Gutes!
    ihr habt einen neuen Plan, eine lange Reise, bestimmt mit Länder die politisch stabiler sind, und mit Sprachkenntnisse in einer Sprache spanisch ist das auch leichter.
    Wenn mein MAN fertig ist, ist auch schon älter, dann soll es auch zuerst nach Südamerika gehen. Wahrscheinlich in einem guten Jahr.
    beste Grüße y buen viaje
    Clemens Neuhaus, Coahuila, México

  7. Unfortunately things do not always go to plan on such a big scale as your trip. Until now
    it seems to have been a success. I really was sad to read your news of having to change
    your travel plans. My husband and I travelled three months through South America and loved
    every minute of it. Good Luck to you all – I can imagine that this is cutting into your
    finances but I do believe that your decision is correct. Keep on editing and taking photos.

  8. Hallo!
    Ich denke ihr habt euch sehr viele Gedanken gemacht und die richtige Entscheidung getroffen.
    Aus eigener Erfahrung weiss ich, daß die „normale“ Bevölkerung in keinem Land der Welt eine Bedrohung für Reisende darstellt.
    Das gilt jedoch nicht für darüberliegende politische Ebenen, die im Einzelfall eine Reise in ein Land zu einem unkalkulierbaren Risiko werden lassen kann. (Geschweige denn sowieso unmöglich.)
    Wer Verantwortung nur für sich selbst trägt, der mag das ignorieren. Doch wenn man das auch für andere tut, dann kann das schnell unverantwortlich werden.
    Was soll der Zweck einer Reise sein?
    Möglichst viele Risiken eingehen, Gefahren bestehen, hinterher sagen können, ich habe es trotzdem geschafft?
    Oder im Team positive Erfahrungen sammeln, Spaß haben, die Welt entdecken?
    Klar ist es schade um die Erfahrungen in den Ländern, die man zur Zeit vielleicht nicht gefahrlos bereisen kann.
    Doch es gibt genug andere, die es sich lohnt zu entdecken.
    Ausgeraubt werden kannst du übrigens auch in Südfrankreich.
    Den Weg des geringsten Widerstands habt ihr sowieso nicht gewählt, deshalb ist es wie gesagt aus meiner Sicht eine wohlüberlegte, gute und richtige Entscheidung, den Plan zu ändern.

    Have loads of fun!!!

    1. Hättet ihr das nicht früher so planen können? Dann hätten wir euch in Hamburg verabschieden können und nicht beim Hymer Museum 😂

      Spaß beiseite, Sicherheit und eine schöne Zeit stehen bei eurer Weltreise im Vordergrund! Alles richtig entschieden die Pläne anzupassen und keine derartigen Risiken einzugehen.

      Und Hamburg ist immer eine Reise wert! 😉

      Viel Spaß euch weiterhin!

      Beste Grüße aus Hamburg 😀
      Mike 🙋🏻‍♂️

      1. Guten Morgen Mike,
        tja, hätten wir das nur früher gewusst. Aber tatsächlich wissen wir es ja selbst auch erst seit drei Tagen 🙂
        Aber du hast Recht, Hamburg ist immer eine Reise wert und der Weg dorthin ebenfalls und das ist es ja gerade, was so eine Reise ausmacht – du weißt nie, was kommt.

        Liebe Grüße aus Griechenland

  9. Pingback: Afrikanische Ostroute nicht machbar - auf achse-sein.de

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