Platz in Spanien

Frankreich-Spanien Rundreise Teil 1 Oktober 2015

Hauptreiseziele: Spanien

Reisedauer:  2 Wochen

Reisende: Eric, Claudia, Christa, Ronja (11 Jahre), Tim (4 Jahre)

An- und Abreise: Wohnmobil

Reisemittel vor Ort: Wohnmobil, Fahrrad

Aktivitäten: mit dem Wohnmobil fahren, klettern

Reisebericht: Da es für uns im Winter in Deutschland allein zu trist, grau und kalt ist, hatten wir die glorreiche Idee, die Winterferien mit dem Wohnmobil in Marokko zu verbringen. Um da überhaupt hin- und wieder zurück zu kommen, ohne im Reisestress für An- und Abfahrt zu verfallen, planten wir eine Rundreise auf drei Etappen: Die erste Etappe haben wir nun hinter uns gebracht und sind mit dem weißen Riesen bis in den Süden Spaniens gefahren.


Abfahrt mit Hindernissen

Vor jeder Abfahrt steht die Frage: „Haben wir alles?“. So auch in diesem Fall, was besonders wichtig war, denn wir planten, ohne das Wohnmobil zurückkommen. Eine genauere Reiseplanung als sonst war deshalb von Nöten. Was kommt wieder mit nach Deutschland? Was kann unten in Spanien bleiben? Welche Kleidung brauchen wir hier? Welche im Winter in Marokko? Gibt es Lebensmittel, die wir woanders schlecht bekommen und mitnehmen könnten?
Nachdem der finale Check aber abgeschlossen war, hieß es für uns wieder einmal: „We are on the road again.“
Um 18:00 Uhr, bei 7 °C und trübem Wetter fiel uns die Abreise in der Hoffnung auf besseres Wetter nicht schwer. Leider mussten wir kaum eineinhalb Stunden später feststellen, dass wir das erste Problem hatten: Wir waren nicht mehr ganz dicht. Am Wasserhahn in der Küche trat Wasser aus – und das nicht gerade wenig.

Als dann Ronja nach dem Abendessen die Zähne putzte, machte sie Bekanntschaft mit dem zweiten Problem: Das Wasser hatte einen ganz und gar scheußlich-zitronigen Geschmack. Offenbar hatte sich noch etwas Zitronensäure vom Entkalken im Wassertank bzw. im Boiler befunden. Also fuhren wir erst mal in der Nähe von Freiburg auf einen Stellplatz, der auch eine Ver- und Entsorgungsstation bot. Dort schlugen wir unser erstes Nachtlager auf. Am nächsten Morgen wollten wir uns gleich der beiden Problemchen annehmen. Zuerst tauschten wir unser Wasser aus und anschließend suchten wir einen Händler, um unseren Wasserhahn auszutauschen.

Glücklicherweise fanden wir auch nach kurzer Suche einen passenden Händler (Campingpark Hentrich), der uns mit Rat und Tat und glücklicherweise auch mit dem passenden Ersatzteil helfen konnte. Der Wasserhahn wurde noch auf dem Kundenparkplatz von uns eingebaut und wir konnten unsere Reise in Richtung Spanien weiterführen.

Das Wetter zeigte sich weiterhin trüb, kalt und unbeständig, weshalb wir uns für die Nordroute nach Málaga entschieden (vorbei an Bordeaux, Irún, Madrid nach Málaga). Auf der Südroute gibt es mehr gute Möglichkeiten in Frankreich zu klettern, aber dazu benötigt man auch das passende Wetter, was derzeit nicht abzusehen war. Vielleicht passt es ja an Ostern.

Der Weg ist das Ziel – mehr oder weniger

Eigentlich war der Plan, viele Zwischenstopps auf dem Weg nach Málaga einzulegen. Doch Petrus wollte nicht so recht mitspielen. Und so fuhren wir doch die ersten beiden Tage durch, machten für eine Nacht Halt auf einem wirklich tollen Stellplatz an einem See bei Le Montbazet (Frankreich ist in Bezug auf Stellplätze wirklich traumhaft) um zu übernachten.

Ab hier waren die Autobahnen wirklich super entspannt und leer und die Landschaft wandelte sich in das typisch-französische Bild von Weinplantagen im Herbst. Je Näher wir der Atlantikküste zusteuerten, desto besser wurde auch das Wetter. Deshalb fuhren wir bei Léon kurz von der Autobahn ab, etwas an der Küste entlang und machten für einen Strandspaziergang Halt. Mittlerweile zeigte das Thermometer 19°C an und lud dazu ein, die Füße mal kurz ins Wasser zu halten. Aber nur kurz.

 Die Gegend um Léon ist sehr auf den Sommertourismus ausgelegt. Jetzt im Oktober aber wirkte es nahezu ausgestorben.
Nach unserem Strandspaziergang ging es wieder auf die Straße und bald erreichten wir die spanische Grenze. In der Grenzstadt Irún wollten wir bei einer Sidreria übernachten, die unser España Discovery-Stellplatzführer anzeigte. Leider war dies Fehlanzeige: Die Bediensteten vor Ort wussten von nichts und wirklich hilfsbereit waren sie auch nicht.

¡Hola España!

Wir schafften es, am Abend einen geeigneten Promobil-Stellplatz in Donostia-San Sebastián zu bekommen, der für Durchreisende nahezu perfekt war (vielleicht ein wenig zu hell). Hier konnten wir unser Wasser auffüllen und Abwasser entsorgen, bevor wir am nächsten Morgen das erste Klettergebiet aus unserem tollen Kletterreiseführer „Dónde escalar en España“ heraussuchten.

 Im Klettergebiet Santa Barbara (Hernani) trafen wir auf einen jungen Spanier, der bestückt mit Bohrmaschine und Bohrhaken neue Routen einbohren wollte. In gebrochenem Englisch erklärte er uns bereitwillig, dass dieses Gebiet bei den Einheimischen in der nahe gelegenen Stadt sehr beliebt sei. Und wahrlich, es war ein kleiner Glücksgriff, denn klettern konnte man dort sehr gut. Zumindest zwei Routen, bis es anfing zu regnen. Nachdem wir einmal komplett am Fels durchgeweicht wurden, sattelten wir wieder auf und zogen weiter.

Und wieder einmal El Chorro / Ardales

Am nächsten Tag erreichten wir mittags El Chorro, wo es uns in der Vergangenheit auch schon öfter hin verschlagen hatte (allerdings noch nie zum campen. Siehe Bilder und Berichte von 2013, 2012, 2011). Leider war der Campingplatz am Stausee geschlossen, sodass wir uns anderweitig umsehen mussten. Auch bei der Olive Branch sahen wir keinen geeigneten Platz für uns. Zwar war der Besitzer sehr herzlich und das Ambiente sagte uns zu, aber wir hatten Bedenken, dass unser  Wohnmobil den Feldweg zur Straße nicht wieder hoch kommt. Also verschlug es uns letztendlich auf den Campingplatz Parque Ardales, der wunderschön im Wald an einem großen See gelegen ist. Auf die Frage hin, ob noch ein Platz frei sei, lachte der Mann an der Rezeption nur. Derzeit seien nur zwei weitere Plätze belegt.

An diesem Abend waren wir alle auf dem Weg ins Bett, als Christa sich draußen noch die Haare bürstete und fast zu Tode erschrak: hinter ihr hatte sich ganz in der Nähe etwas bewegt und als sie sich umdrehte, stand vor ihr, zum greifen nah – ein Fuchs. Schnell rief sie den Rest und alle bewunderten das schöne und so gar nicht scheue Tier, das wenig beeindruckt von uns zwischen uns herumspazierte.
Am nächsten Morgen erklärte man uns, dass es am Platz zwei Füchse gebe, die immer wieder abends herum streiften und die Mülltonnen plünderten und dabei auch sehr nah an die Gäste kämen.

Aufbruch

Wir verbrachten einige wirklich schöne Tag auf dem Campingplatz in Ardales und nutzten unsere Fahrräder, um in die Klettergebiete El Chorro und Turón zu kommen. Außerdem machten wir einen Ausflug in den Lobo-Park in Antequera, wo wir viel über Wölfe, deren Verhaltensweisen und den Umgang mit ihnen lernten.  Das Wetter hier war traumhaft und warm, sodass wir auch Abends noch lange nach Sonnenuntergang draußen sitzen und gemeinsam Spiele spielen konnten. Beim Klettern in El Chorro (Mehrseillängentouren) hatten wir außerdem noch das Glück, viele Steinadler zu Gesicht zu bekommen.

Nach einigen schönen Klettertagen verabschiedeten wir uns von dem schönen Campingplatz und fuhren Weiter Richtung Málaga. Zwischendurch legten wir einen Stopp für das Klettergebiet El Torcal im gleichnamigen Naturschutzgebiet ein. Ein Gebiet, das man eigentlich gesehen haben muss, wenn man schon mal in der Nähe ist. Die Steinformationen sind wirklich skurril und sehenswert und ein Spaziergang dort macht unglaublich viel Spaß. Die Klettersektoren zu finden ist allerdings schon ein Abenteuer für sich und beschäftigte uns eine ganze Weile, bis wir etwas zum klettern fanden. Da aber an diesem Tag das Wetter dort oben kalt und neblig war, war die Kletterei dort nur von kurzer Dauer (genauer gesagt, eine einzige Route). Aber mit Sicherheit waren wir nicht das letzte Mal dort.

Südlicher geht es nicht

Gegen Abend suchten wir ein weiteres Klettergebiet, das in unserem Kletterführer Dónde escalar en España interessant erschien. Wir waren mittlerweile in der Nähe von Marbella im Süden und nahmen das Klettergebiet bei Istán in Augenschein, als es bereits trüb über unseren Köpfen wurde. Kaum standen wir auf dem von uns auserkorenen Übernachtungsplatz, fing es auch schon an zu regnen.

Leider hielt der Regen an, sodass wir das Gebiet bei Istán leider nicht testen konnten (zu nasser Fels), sondern nach einem kurzen Alternativprogramm (Shoppen im großen Shoppingcenter in Marbella und anschließend waren wir kurz zum Baden am Meer) und einer weiteren regenreichen Übernachtung gen Süden bis Tarifa fuhren. Dort war das beste und wärmste Wetter für die kommende Zeit gemeldet.

Wir hatten die nächsten Tage bei Tarifa bestes Kletterwetter in einem wirklich wundervollen Gebiet. Das Klettergebiet San Bartolo liegt gleich hinter dem Ort Betis und bietet eine breitgefächerte Kletterei in bestem Sandstein und vor traumhafter Kulisse. Es zählt zu den größten Klettergebieten in der Gegend und war trotzdem kaum besucht. Am meisten begegneten und dort Steinadler, die hoch über unseren Köpfen kreisten. In Betis selbst sahen wir ebenfalls viele Tiere, denn in diesem Ort gab es für alle Nutztiere freien Auslauf. Auf und an der Straße sowie auf den Wanderwegen begegneten uns freilaufende Hunde, Ziegen, Pferde, Esel, Kühe und Hühner.

 Als Ausgangspunkt zum klettern ließen wir uns für drei Tage auf dem Campingplatz Torre de la Peña nieder. Dieser liegt am Meer und bietet vom „Berg“ aus eine fantastische Aussicht auf die Afrikanische Küste. In der Nebensaison ist dieser auch wirklich sehr günstig gewesen.

Vorläufiges Ende

Am letzten Tag holten wir in Algeciras die Tickets für die Fähre im Dezember. Wir hatten per Zufall einen weiteren Reisenden mit Mannheimer Kennzeichen beim Einkaufen getroffen und erfuhren von ihm, dass man diese am besten und günstigsten bei „Carlos“ bekommt. Eine Wegbeschreibung gab es gleich mit dazu. Und tatsächlich, sie waren dort nicht nur günstiger als bei der Fährgesellschaft, wir bekamen als Dankeschön auch noch eine Flasche Wein und einen Kuchen geschenkt. Na, da kauft man doch gerne wieder ein!

 Im Anschluss an den Ticketkauf fuhren wir mit Zwischenstopp am Meer wieder zurück nach Málaga. Wir übernachteten dort auf dem Stellplatz am Carrefour, der auch eine Ver- und Entsorgungsstation zu bieten hat. Für uns war es so die optimale Möglichkeit, nahe am Flughafen und unserem Stellplatz, den wir für die Zeit bis Dezember gebucht hatten, zu übernachten und das Wohnmobil abreisefertig zu machen.

Am nächsten Morgen hieß es dann leider nach zwei Wochen, 3.349 gefahrenen Kilometern in 51 Fahrstunden Abschied nehmen von unserem geliebten Zweitwohnsitz. Dieser wurde auf einem überwachten Parkplatz abgestellt und wartet nun auf unsere Rückkehr in den Winterferien. Dann geht es auf zur zweiten Etappe: Marokko.

zuhause ist, wo man sich wohlfühlt