Thailand Januar 2015

Hauptreiseziele: Koh Chang, Koh Kood

Reisedauer:  11 Tage

Reisende: Eric, Claudia, Christa, Ronja (10 Jahre), Tim (4 Jahre)

An- und Abreise: Flugzeug, Boot, Taxi

Reisemittel vor Ort: Taxi, Motorroller

Aktivitäten: schwimmen, Kanu fahren, schnorcheln, Elefantenreiten, Spaziergänge

Reisebericht: Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verließen wir Laos und flogen wieder zurück nach Bangkok, um von dort mit dem Taxi auf die Insel Koh Chang gebracht zu werden. Nachdem wir uns in Laos müde geklettert hatten, wollten wir noch einige Zeit entspannen, bevor es wieder zurück ins hektische Deutschland gehen sollte.

Unser Taxi, das wir schon im Voraus gebucht hatten, war sehr komfortabel und in diesem klimatisierten Minibus ließ sich die lange Zeit gut aushalten, bis wir am Abend in Trat ankamen. In Laos war die Luft sehr trocken, was man natürlich von Thailand nicht behaupten konnte. Umso stärker wurden wir uns dessen bewusst, als wir in Trat bei Dämmerung aus dem Auto stiegen und nicht nur von der feuchtwarmen Luft erschlagen wurden, sondern auch in Windeseile die ersten Moskitostiche zu beklagen hatten.

Was wir nach unserer Ankunft auf Koh Chang erblickten, war allerdings alles andere als eine ruhige, gemütliche thailändische Insel. Entlang der Küstenstraße an der Westseite der Insel reihte sich ein Lokal und eine Hotelanlage neben die nächste. Massentouristenabfertigungsanlagen wohin das Auge blickte. Es war trotz (oder gerade wegen) der Dunkelheit eine Menge los auf der Straße. Doch je weiter wir in den Süden der Insel fuhren, desto größer wurde die Hoffnung, dass unsere Wahl vielleicht ja doch ganz gut war. Unsere Bungalowanlage sollte angeblich schwer zu erreichen sein, was die Vermutung nahe legte, dass es dort auch ruhiger zugehen könnte.

Wir fuhren und fuhren und irgendwann wich der Asphalt einer holprigen Schotterpiste. Na also, schon eher das, was wir uns wünschten. Nach ein paar Minuten und einem kurzen Abstecher in die falsche Richtung waren wir auch schon ziemlich am Ende der Straße und am Klong Koi Beach angekommen. Unser Resort, das Tropical Beach Resort Koh Chang, war das vorletzte Resort dieser Straße. Die Bungalows selbst waren geräumig und die Betten relativ bequem. Leider waren keine Moskitonetze verfügbar, doch wir waren ja vorbereitet: Eric und Claudia hatten in Windeseile unsere mitgebrachten Netze gespannt. Somit waren die Nächte gerettet.
Als wir uns am nächsten Morgen umsahen, waren auch die Tage gerettet, denn unser Resort war wirklich abgelegen und der Strand direkt vor unserer Nase war alles andere als überfüllt. Das Essen in unserem Resort war zwar kein Wunderwerk der Kochkunst aber im Großen und Ganzen akzeptabel. In fußläufiger Reichweite (ca. 20 Minuten) fanden wir am Bang Bao Pier auch einen Supermarkt, einen Bankautomaten und genau die richtige Menge an Touristenbelustigung, um von dort unsere Aktivitäten planen und buchen zu können. Außerdem gibt es am Bang Bao Pier neben kitschigen Souvenierständen auch einige recht gute Restaurants.

Eingelebt hatten wir uns schnell und vor allem die Kinder waren von der ersten Minute am Strand nicht mehr fort zu kriegen. Tim musste man regelrecht bestechen, damit er mal aus dem Wasser kam um sich wieder aufzuwärmen. Ronja bevorzugte die trockenere Variante des Wassersports, denn auch wenn sie oft schwimmen war, war sie total versessen auf das Kanu fahren. Da die Kinder wunderbar am Strand spielen konnten, konnten wir Erwachsenen es uns durchaus auch mal erlauben, den einen oder anderen längeren Spaziergang in die Ausläufer des Dschungels zu machen oder die Seele bei einer Massage baumeln zu lassen.
Außerdem buchten wir an einem Tag eine kleine Elefanten-Tour und ritten auf den Rücken asiatischer Elefanten eine Stunde durch den Wald. Koh Chang besitzt noch weite Teile unberührten Urwalds, doch mit den Elefanten sind wir nicht so weit in den Wald vorgedrungen.

An einem anderen Tag wurden wir von einem kleinen Boot direkt an unserem Resort abgeholt und zu einem Schnorchelboot gebracht mit dem wir in den Marinepark zum Schnorcheln fuhren. Insgesamt fuhren wir vier unterschiedliche Plätze an und hatten eine Mahlzeit und einen Imbiss an Board. Das Ganze war kein Schnäppchen und das, was man sehen konnte warf uns auch nicht um, aber es war ein netter Zeitvertreib und sein Geld im Grunde auch wert.

Nach fünf Tagen packten wir wieder einmal unsere Taschen und fuhren mit dem Taxi an den Bang Bao Pier. Wir hatten ein Speed Boat gebucht, das uns zur Insel Koh Kood bringen sollte. Die Insel Koh Kood ist die Insel, die am nächsten zu Kambodscha liegt und am weitesten vom thailändischen Festland entfernt ist. Entsprechend weit ist hier die An- und Abreise für uns Urlauber.
Wir stiegen in das Boot ein, andere Leute stiegen ein, die Koffer wurden eingeladen und das Boot war voll. Dann kamen noch ein paar Leute und noch ein paar Koffer und dann war das Boot auch nach thailändischen Maßstäben voll. Platz hatte keiner mehr, aber wer braucht den auch schon, wenn man auf dem Weg zu einer der schönsten Inseln Thailands unterwegs ist.
Als wir die ersten Resorts anfuhren, blieb uns fast die Luft weg. Das Wasser hier um Koh Kood war nicht nur klar, es war Glasklar und überhaupt kein Vergleich zu Koh Chang.
Unser Boot brachte uns direkt zum Bootssteg des Koh Kood Resorts, in dem wir nun sechs Tage wohnen sollten. Unsere Bungalows waren auch hier wieder sehr schön, und diesmal gab es sogar Moskitonetze über den Betten.

Auch hier verbrachten wir viel Zeit am wunderschönen Strand unseres Resorts. Hätten wir auf Koh Chang schon gewusst, dass wir hier auf Koh Kood ein kleines Korallenriff direkt vor der Nase haben, hätten wir uns wahrscheinlich auch das Geld für den Schnorchelausflug gespart. Keine 200 Meter von unserem Strand entfernt fing ein kleines Riff mit sehr großem Fischreichtum an. Wir waren jeden Tag dort schnorcheln und neben Kofferfischen, Papageifischen, Feuerfischen und vielen anderen haben wir sogar in der Ferne zwei große Barracudas ausmachen können. Tim war hier fast noch weniger aus dem Wasser zu bekommen als auf Koh Chang und Ronja entwickelte sich immer mehr zur Kanufahrerin, denn diese waren hier auch wieder zum Ausliehen bereitgestellt.

Koh Kood ist weitaus weniger touristisch vermarktet und hat somit auch noch viel mehr seines ursprünglichen Charmes. Supermarkt? Bankautomat? Fehlanzeige. Dafür kann man aber mit den Motorbikes super die Insel erkunden ohne im Verkehrschaos zu enden, wie es auf Koh Chang oft der Fall ist. So fuhren wir zwei Wasserfälle an, die bei der schwülen Hitze zum baden einladen. Beide liegen etwas versteckt im Wald und erfordern, dass man einen kleinen Fußmarsch in Kauf nimmt.

Bei unseren Erkundungstouren mit den Motorbikes kamen wir in ein kleines idyllisches Fischerdorf. Dort fragten wir nach der Möglichkeit zum Angeln und für einen Unkostenbeitrag wurden Eric, Christa, Tim und Ronja von einem der Fischer für vier Stunden mit raus aufs Meer genommen. Während die vier in der Sonne auf dem Meer rumschipperten und die Fische aus dem Wasser zogen, erkundete Claudia weiter die Insel und ließ es sich bei einer Massage gut gehen.
Die Dame, die uns die Angeltour vermittelt hatte, betreibt eine Art Imbiss und bot uns an am Abend die gefangenen Fische für uns zuzubereiten. Die Ausbeute war gar nicht so schlecht und da wir nicht mehr essen können bis wir satt sind, schenkten wir ihr und ihrem Mann, der uns schließlich mit raus auf See nahm, die restlichen Fische. Das Abendessen mit den eigens gefangenen Fischen schmeckte super, dennoch ist Ronja seit diesem Tag Vegetarier.

Wie immer, wenn man im Urlaub ist, verging die Zeit in Thailand viel zu schnell und irgendwann hieß es auch für uns wieder: Packen und auschecken.  Mit einem Katamaran verließen wir die Insel und fuhren wieder in Richtung Festland. Es war unglaublich, wie sich das Wasser veränderte, je näher wir zum Festland kamen. Zu Beginn der Bootsfahrt sahen wir noch dicht unter der Wasseroberfläche große Fischschwärme und Rochen und viele fliegende Fische sprangen kurz vor dem Boot aus dem Wasser. Doch je länger wir fuhren, desto weniger Fische wurden es und desto trüber wurde das Wasser bis wir wieder bei Trat anlegten und man in der Dreckbrühe gar nichts mehr erkennen konnte.

Unser Fazit: Die Reise nach Koh Kood ist lange aber die Mühe auf jeden Fall wert, wenn man noch wirklich klares Wasser und viele Fische direkt vor der Nase haben möchte. Wer jedoch Wert auf touristische Belustigung legt und eher unselbstständig etwas unternehmen möchte (geführte Touren an Land und auf dem Wasser) der ist auf Koh Chang deutlich besser aufgehoben, denn dort wird so einiges angeboten. Auf Koh Kood sucht man solche Angebote vergeblich und muss sich größtenteils auf eigene Faust beschäftigen.

zuhause ist, wo man sich wohlfühlt