Sommerurlaub in Arco und Briançon 2016

Hauptreiseziele: Arco (Italien), Briaçon (Frankreich)

Reisedauer:  3 Wochen

Reisende: Eric, Claudia, Christa, Ronja (11 Jahre), Tim (5 Jahre)

An- und Abreise: Wohnmobil

Reisemittel vor Ort: Wohnmobil

Aktivitäten: mit dem Wohnmobil fahren, klettern, Klettersteig, schwimmen

Reisebericht: Im Sommer 2016 zog es uns mit dem Wohnmobil wieder einmal durch die herrliche mitteleuropäische Landschaft. Wie bereits die letzten Jahre bestatteten wir Arco einen längeren Besuch ab. Nach einem ordentlichen Sonnenstich aber beschlossen wir in kühlere Gefilde aufzubrechen und nach Frankreich zu fahren. In die wunderbare Alpenlandschaft um die Stadt Briançon hatten wir uns schon vergangenes Jahr verliebt.

Durch Österreich in den Urlaub

Unser Weg nach Arco führte uns diesmal quer durch Österreich. Um uns die lästige Mautgebühr zu sparen und auch etwas von der herrlichen Landschaft zu sehen, fuhren wir gemütlich über Landstraßen und genossen das tolle Wetter und den Ausblick. Abseits der Autobahn war nahezu kein Verkehr und wir kamen gut voran. Am Abend kehrten wir am Gasthof Sunnawirt in Heiterwang ein, wo wir auch die erste Nacht verbrachten. Im letzten Jahr standen wir schon auf dem hiesigen Stellplatz. Es war der perfekte Platz, um den Urlaub einzuläuten. Die Gastfreundlichkeit, die den Stellplatzbenutzern entgegengebracht wird und der Kaiserschmarrn, den wir am Abend im Gasthof bestellten, begleiteten unser aufkommendes Urlaubsgefühl.

Reschensee und Reschenpass

Um abseits der Mautpflichtigen Straßen zu bleiben, entschieden wir uns für den Weg am Reschensee vorbei über den Reschenpass. Der große Stausee im westlichen Südtirol hat eine Länge von sechs Kilometer und eine Breite von etwa einem Kilometer. Es ist ein künstlich angelegter Stausee. Bei seiner Aufstauung wurde das Ort Graun und ein Teil des Ortes Reschen überflutet. Zeuge und Denkmal dieser Aufstauung ist heute noch der Kirchturm des Ortes Graun, der aus dem Wasser ragt.

An dem wunderschönen See machten wir etwas abseits der recht vollen Touristenparkplätze einen kleinen Stop, um uns die Füße zu vertreten und die Landschaft zu genießen. Die hohen Windstärken ziehen im Sommer viele Kite-Surfer an und Wanderwege laden zum erkunden der Umgebung ein. Trotzdem blieben wir nicht lange und zogen schnell weiter, denn wir sehnten uns nach italienischem Eis und Pizza.

Wieder einmal Arco

Am Nachmittag zur besten Zeit kamen wir in Arco an und bezogen unsere schöne Campingparzelle. Wir hatten Glück, denn am nächsten Tag hing ein Schild aus, dass der Platz voll besetzt sei.

Nach einer kurzen Abkühlung im Pool gingen wir gleich in die Stadt. Wir konnten dem Ruf der Pizzeria eben nicht widerstehen. Doch was war hier geschehen? Sowohl die Pizzeria als auch unsere Eisdiele hatten neue Besitzer. Zuerst stand uns der Mund vor Schreck offen, doch der Schock legte sich aber schnell, als wir feststellten, dass die Pizza genauso gut und das Eis sogar noch viel besser waren als zuvor.

Auf Regen folgt immer Sonnenschein

Arcos Begrüßung war in diesem Jahr etwas widerspenstig. Es fing gleich am ersten Morgen an zu regnen. Kein kleines bisschen, nein, richtig heftig. Ursprünglich wollten wir uns mit einer Freundin treffen, die auch gerade am Gardasee war, doch die Fahrradtour nach Riva fiel sprichwörtlich ins Wasser. Glücklicherweise war Melina mobil und kam mit dem Auto zu uns an den Campingplatz gefahren. Im Wohnmobil war es auch gemütlich, also konnten wir genauso gut dort verweilen.

Nachdem es einen Tag durchgeregnet hatte, sah die Welt schon wieder besser aus. Obwohl noch alles nass war, konnten Eric und Claudia am Morgen die erste Mehrseillängentour klettern. Weitere schöne Touren folgten in den nächsten Tagen. Auch der Klettersteig konnte an diesem ersten Abend gleich abgehakt werden und wurde ein paar Tage später nochmal mit der ganzen Familie begangen. Man muss ja schließlich was tun, wenn man so viel Eis essen möchte.

Und so verbrachten wir sechs wundervolle Tage in Arco mit klettern, schwimmen und Eis essen. Wir stockten dort auch gleich unser Equipment wieder auf, denn nirgendwo sonst kann man so viel Material in Augenschein nehmen, wie hier in den unzähligen Klettershops von Arco.

Abreise von Arco – Briançon wir kommen

Leider war die Sonne in Arco ebenso erbarmungslos wie unser Wille zu klettern. Nachdem wir wegen der immer stärker werdenden Hitze die Nächte kaum schlafen konnten und sich Eric tagsüber einen Sonnenstich beim klettern einfing, beschlossen wir weiter zu reisen. So schön es dort im Sarcatal auch ist – uns war es einfach zu warm, um ordentlich zu klettern, vor allem, da wir wussten, dass in den Höhenlagen bei Briançon die Temperaturen deutlich angenehmer waren.

An der französischen Grenze machten sich die Ereignisse der vergangenen Wochen bemerkbar. Die sonst so idyllisch gelegene Grenze war dieses Mal besetzt von französischen Soldaten. Einige von ihnen patrouillierten entlang der Straße und erinnerten uns daran, dass es erst kürzlich einen weiteren Terroranschlag in Frankreich gegeben hatte. Wir wurden aber freundlich durch gewunken und konnten die Grenze schnell passieren.

Briançon – ein Kletterparadies in den Alpen

Wir fuhren bis Prelles und stellten uns am Abend auf den Parkplatz direkt unter dem Klettergebiet Casse de Prelles, wo wir die Nacht verbrachten. Am nächsten Morgen gingen wir früh los ins Klettergebiet, dass sich im vergangenen Jahr schon zu unserem Lieblingsgebiet gemausert hatte.

Wir waren noch nicht lange am Fels, als uns ein netter Herr ansprach. Phil, ein Reisender aus Neuseeland, der seit sieben Monaten alleine durch Europa zog, suchte einen Kletterpartner. Seine Kletter- und Sicherungskünste überzeugten uns schnell und wir nahmen ihn gerne in unsere Seilschaft auf. Da wir bis dahin zu dritt kletterten, kam uns eine vierte Person sehr gelegen. Im Verlauf eines tollen Tages am Felsen hatte er uns mit vielen kurzweiligen Geschichten aus seinem sehr bewegten Leben so gut unterhalten, dass wir nicht widerstehen konnten, ihn am Abend zum grillen einzuladen. Mit Phil saßen wir noch lange auf dem Parkplatz vor unserem Wohnmobil und plauderten über das Klettern, das Reisen und was wir alle schon dabei erlebt hatten.

Am nächsten Tag kletterten wir nochmal gemeinsam mit Phil, bevor wir uns von ihm verabschiedeten. Wir mussten wieder unsere Vorräte – vor allem das Wasser  – aufstocken und die Kinder sehnten sich nach einer Abkühlung im Pool. Also fuhren wir auf den Campingplatz in der Nähe und bezogen dort ein lauschiges Plätzchen.

Ailefroide – eine wahre Freude

An einem Pausetag wollten wir mit den Fahrrädern weitere umliegende Klettergebiete anschauen. Ronja befürchtete schon das schlimmste und beschloss gleich, auf dem Campingplatz zu bleiben. Das Gebiet Les Ayes hörte sich super an, doch nach etwa 500 Höhenmetern brachen wir die Radtour dorthin ab. Die Sonne und die Anstrengung waren dann doch ausreichend gewesen, um am einen Pausetag vom Pausetag zu brauchen. Da das Wetter aber ohnehin für einen Tag etwas schlechter werden sollte, beschlossen wir am nächsten Tag nach Ailefroide zu fahren. Jeder, der schon einmal dort war, schwärmt von diesem etwas abgelegenen Ort in den Bergen – und das zu Recht.

Der Campingplatz Ailefroide ist für jeden Naturliebhaber und Outdoorsportler eine wahre Freude. Obwohl der Platz ziemlich groß ist, liegt er zu einem großen Teil im Wald. Überall schlängeln sich kleine Pfade über Bäche und ins Gebüsch. Hinter jedem großen Stein und auf jeder kleinen Ebene war ein Zelt zu finden. Wer so groß unterwegs ist wie wir mit unserem Wohnmobil, der muss sich aber auch keine Sorgen machen, denn eine riesige Wiese bietet genügend Platz für Wohnmobil und Co.
Der tolle Campingplatz eignet sich super als Ausgangspunkt für Gletschertouren und Mehrseillängentouren in bestem Granit.

Besonders schön an dem dortigen Campingplatz ist nicht nur die Lage und der Wald mit seinen kristallklaren Flüssen und Bächen, sondern auch die Tatsache, dass Lagerfeuer für jeden gestattet sind. Die Kinder fanden das super und sammelten mit Begeisterung Feuerholz für einen gemütlichen Abend am kleinen, knisternden und wärmenden Lagerfeuer.

Fort-Mont-Dauphin

Zwei Tage waren wir in Ailefroide, am dritten Tag reisten wir wieder ab. Das nächste Ziel war das Fort-Mont-Dauphin. Unterwegs dorthin, im Dorf L’Agentiére, sahen wir Kletterer und beschlossen, dem dortigen Sektor einen kurzen Besuch abzustatten. Für einen Tag bot die Wand genug zu klettern, länger hätten wir es aber auch nicht ausgehalten. Der Sektor war nicht besonders groß und das Gestein etwas bröselig. Gegen Abend rollten wir auf einen Parkplatz unterhalb des Forts.

Bei einem Spaziergang in dieser wirklich tollen Umgebung entdeckten wir einen großen Wasserfall und einen supertollen Übernachtungsplatz – aber leider war das Klettergebiet für Tim eher ungeeignet. Das war letztendlich auch der Grund, warum wir am nächsten Morgen dem Fort-Mont-Dauphin einen Besuch abstatteten und nicht den Felswänden darunter. Das Fort diente nach seiner Errichtung 1693 als Verteidigungsanlage der französischen Südostgrenze. Naja, viel hat dies wohl auch nicht gebracht, denn immerhin konnte man im Fort selbst Pizza essen gehen – die Italiener haben hier wohl letztendlich doch Einzug erhalten.

Auch das Ausweichklettergebiet Réotier erwies sich als nicht so toll und so fuhren wir wieder zu unserem Geliebten Casse de Prelles. Dennoch hatten wir am Fort und in der umliegenden Gegend einen schönen Tag in atemberaubender Landschaft verbracht.

Wiedersehen mit nicht ganz so alten Bekannten

Am nächsten Tag kletterten wir wieder in schönstem Quarzit. Das Klettergebiet hatte es uns wirklich angetan: Tolle Aussicht, tolle Routen und beste Absicherung. Im Gebiet selbst ist auch immer relativ wenig los und so hat man nicht selten einen ganzen Sektor für sich alleine. Auf dem Rückweg zum Wohnmobil sahen wir schon von weitem, dass wir Besuch bekommen hatten. Phils Bus stand neben unserem Zweitwohnsitz und als wir näher kamen wurden wir freudig von unserem neu gewonnenen Freund begrüßt.

Wieder verbrachten wir einen gemütlichen Abend bei einer Tasse Tee mit Phil und zwei Tage später kletterten wir nochmal mit ihm, bevor wir uns letztendlich wirklich von ihm verabschiedeten. Doch wer weiß schon, für wie lange dieser Abschied sein wird. Denn auch wenn er am anderen Ende der Welt lebt, er ist, ebenso wie wir, ständig auf Achse und die (Kletter-)Welt ist manchmal gar nicht so groß, wie sie scheint.

Auf Wiedersehen Frankreich

Auf dem Campingplatz, den wir zwischendurch für zwei Nächte bezogen hatten, war auch wieder ein Pool. Am letzten Tag in Frankreich, kurz vor unserer Abreise, schaffte es Tim endlich, die ersten guten Schwimmbewegungen im Wasser zu machen. Zwar ist es noch ein weiter Weg bis zum Schwimmer, aber alle fangen ja mal klein an.

Leider neigte sich unser Urlaub nun wirklich wieder dem Ende und wir brachen den Heimweg an. Ursprünglich wollten wir unterwegs in der Schweiz am Büffelfelsen klettern doch Petrus hatte offenbar etwas dagegen. Trotz guter Wetterprognose bescherte er uns in der Nacht und am Morgen heftige Gewitter und Dauerregen. Also musste ein Ersatzprogramm her: Wir besuchten zuerst die Kampli-Keksfabrik und anschließend die Emmentaler Schaukäserei, wo wir viel über die Herstellung von echtem Emmentaler-Käse lernten. Den Abschluss des Tages bildete das Besucherbergwerk Finstergrund in Wieden. Zurück in Deutschland lernten wir hier viel über den Abbau von Flussspat und das Leben unter Tage.

Wanderung mit Überraschungsmoment

An unserem letzten Urlaubstag beschlossen wir, eine schöne Wanderung mit den Kindern zu unternehmen. Vom Feldberg aus wollten wir am Fahler Wasserfall vorbei zum Todtnauer Wasserfall wandern. Der Wasserfall in Todtnau gehört zu den höchsten Wasserfällen in Deutschland. Die etwa 12 Kilometer lange Wanderung führte uns auf wunderschönen Waldwegen an einem kleinen Bach entlang zu den Wasserfällen. Leider war das Wetter sehr wechselhaft und wir blieben nicht trocken. Doch das war kein Problem, schließlich war es ja Sommer. Kurz vor unserem Ziel klingelte plötzlich Erics Handy – es war die Alarmanlage unseres Wohnmobils, die einen Einbruch meldete. Eric und Christa rannten sofort zurück zur Straße, hofften, per Anhalter schnell zum Wohnmobil zu kommen, während Claudia mit den Kids die letzen paar Meter zum Wasserfall ging. Es dauerte ewig, doch irgendwann erbarmte sich endlich eine Dame und brachte Eric und Christa zurück zum Wohnmobil. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass die Alarmanlage nur einen Fehlalarm hatte. Nichts weiter war passiert. Nachdem wieder alle Familienmitglieder eingesammelt waren, und sich die unnötige Aufregung gelegt hatte, fuhren wir zurück nach Hause. Der Urlaub war leider schon wieder vorbei. Was bleibt sind wunderbare Bilder, schöne Erinnerungen und die Vorfreude auf die nächste Reise.

Ein Gedanke zu „Sommerurlaub in Arco und Briançon 2016“

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zuhause ist, wo man sich wohlfühlt