Seiltest: Kletterseil Edelrid Eagle light

An dieser Stelle möchten wir unsere Erfahrungen mit unserem Hallenkletterseil, dem Edelrid Eagle light, teilen.

Wir sind relativ häufig klettern und mangels direkter Felswände und begünstigt durch unsere Arbeit und das häufig schlechte Wetter sind wir an rund 100 bis 120 Tagen in der Kletterhalle anzutreffen. Bei durchschnittlich 30 Routen mit je 15 Höhenmeter pro Klettertag kommen wir so auf eine jährliche Meterzahl von etwa 45.000-60.000 Meter.
Das alles muss ein Seil erstmal mitmachen.
Außerdem bauen wir immer wieder Sturztrainings in unser Klettertraining ein, was die Lebensdauer eines Kletterseils zusätzlich negativ beeinflusst.

Das Seil Eagle light von Edelrid hat bei uns bisher einen der längsten Zeiträume überstanden und darf sich nun schon etwa 9 Monate unser Hauptkletterseil nennen und wird sicher noch einige Monate im Einsatz bleiben. Ein Jahr ist auch so ziemlich der längste Zeitraum, den ein Kletterseil bisher bei uns überdauert hat.  Andere Seile haben wir auch schon nach nur sechs Monaten wieder ausgemustert.

Welche Kriterien muss ein Kletterseil für uns erfüllen?

Natürlich spielen neben den bloßen Fakten die Erfahrungen von rund 12 verschiedenen Seilen der verschiedensten Hersteller eine Rolle.

Die Seillänge für unser Hallenseil liegt meist bei 50 Meter. So kann man in nahezu jeder Halle klettern, ohne einen Gedanken an die Hallenhöhe zu verschwenden.

Ein Seil muss für uns möglichst leicht sein. Schließlich wird es mehrmals die Woche in das Auto geräumt und herum getragen. Auch im Vorstieg muss man das Seil bis zur Decke hochziehen.

Wir sichern hauptsächlich mit dem Grigri 2 und dem MegaJul. Also muss auch der Seildurchmesser entsprechend gewählt werden. Die Blockierfunktion der Geräte darf nicht durch ein zu dünnes Seil beeinflusst werden. Somit fallen für uns alle Seile unter 9,2mm aus dem Raster. Auch die Seilausgabe sollte nach ein paar Monaten, wenn das Seil schon etwas aufgeraut ist, noch immer reibungslos funktionieren. Bei Seilen von 10mm und mehr bekommen wir diese dann oft nicht mehr schön durch das Sicherungsgerät. Deshalb fallen diese Seildurchmesser für uns ebenfalls weg.

Die angegebene Sturzanzahl ist ein eher theoretischer Wert, da in der Praxis ein Normsturz sehr selten vorkommt. Bei zwei sonst gleichwertigen Seilen entscheiden wir uns natürlich für das mit der höheren Sturzanzahl.

Wichtige Punkte bei der Kaufentscheidung sind für uns der Fangstoß und die Seildehnung. Hier muss jeder für sich überlegen, was er lieber haben möchte.  Wir bevorzugen wenig Dehnung und nehmen dafür auch den etwas härteren Fangstoß in kauf. Umso härter der Fangstoß umso weicher sollte bei einem Sturz ohne Hindernisse gesichert werden. Bei einem Sturz mit Hindernis (Kante, Hallenboden etc.) kann man so aber auf etwas härtere Sicherung setzen und Verletzungen durch das Hindernis vorbeugen. Auch im Nachstieg ist ein Seil mit weniger Dehnung schöner und fester zu sichern, wenn die Gefahrenquelle eher in Bodennähe ist.

Das Kletterseil Edelrid Eagle light im Seiltest

Seil Eagle light 50m von Edelrid, Farbe:snow/icemint

Durchmesser (mm): 9,5
Seiltyp : Einfachseil
Seilart : Dynamisches Seil
Metergewicht (g/m) : 62
Mantelanteil (%) : 36
Sturzanzahl (–) : 9
Fangstoss (kN) : 9,3
Dynamische Dehnung (%) : 29
Statische Dehnung (%) : 7,5
Mantelverschiebung (mm) : 0

Obwohl dieses Seil auch sehr gut für draußen geeignet ist, ist es aufgrund des leichten Handlings bei uns als Hallenkletterseil im Einsatz.

Nun haben wir dieses Seil bereits zum zweiten mal gekauft, da uns die Funktion und die Haltbarkeit überzeugt hat.
Das Seil krangelt auch nach neun Monaten so gut wie gar nicht und läuft nach wie vor noch gut durch unsere Sicherungsgeräte. Mittlerweile ist es durch den häufigen Gebrauch etwas aufgeraut. An einigen Stellen stärker, als an anderen. Derzeit liegen wir bei einem Seildurchmesser von 11,5mm.
Wir konnten auch nach vielen Kletterkilometern und vielen Stürzen keine Mantelverschiebung feststellen. Allerdings haben wir festgestellt, dass sich mittlerweile das Seil an einigen Stellen etwas steifer anfühlt.
Gut gefällt uns auch, dass das Kletterseil wenig schmutzanfällig ist. Als Negativbeispiel für extremes Verschmutzten können wir an dieser Stelle das Edelrid Anniversary Rope 9,7mm aufführen. Dieses Seil unterliegt den gleichen Bedingungen wie andere Seile in unserem Gebrauch und doch haben wir damit immer schwarze Hände. Auch andere Kletterer, die wir damit getroffen haben, hatten das gleiche Problem.

Fazit

Aktuell für uns das beste Kletterseil, das wir seit langem in der Hand hatten. Nach neun Monaten Benutzung haben wir weder ständig schwarze Hände vom Sichern noch Probleme, es auch nach starker Benutzung durch das Sicherungsgerät zu ziehen. Es krangelt so gut wie gar nicht und passt in unseren Augen zum Preis-Leistungsverhältnis. Zwar gibt es Seile auch für deutlich weniger Geld, aber da hatten wir häufig das Problem, dass die Seile deutlich weniger lange mit uns spielen wollten und anfingen herum zu zicken (krangeln, Mantelverschiebung etc.).