Spanien-Frankreich Rundreise Teil 3 April 2016

Hauptreiseziele: Der Weg von Spanien nach Hause

Reisedauer:  1 Woche

Reisende: Eric, Claudia, Christa, Ronja (11 Jahre), Tim (5 Jahre)

An- und Abreise: Wohnmobil

Reisemittel vor Ort: Wohnmobil

Aktivitäten: mit dem Wohnmobil fahren, klettern

Reisebericht: Als wir in Frankfurt/Hahn in den Flieger stiegen, hatten wir uns den dritten Teil unserer Rundreise nach Marokko und zurück ganz anders vorgestellt. Geplant war eine zweiwöchige Heimreise von Málaga nach Deutschland mit vielen Zwischenstopps zum klettern. Siurana und andere Kletterspots warteten auf uns – dachten wir zumindest. Aber wie es im Leben eben manchmal so ist, verläuft nicht immer alles nach Plan.

Back in Andalusia

Wir flogen also, wie bereits erwähnt, von Deutschland aus nach Málaga. Nach kurzem Anruf wurden wir blitzschnell vom Fahrer von Novoparking (sehr empfehlenswert) abgeholt. Die Formalitäten waren schnell geklärt und wir konnten unseren geliebten Zweitwohnsitz in Empfang nehmen. Wie schon beim letzten Mal bekamen wir auch gleich eine kurze Wäsche mit dem Hochdruckreiniger, damit zumindest der grobe Dreck und Staub weg war und wir wieder durch die Frontscheibe schauen konnten.
Im nahe gelegenen Carrefour wurden die Lebensmittelvorräte aufgestockt und wir nahmen Kurs auf Ardales und den dortigen Campingplatz, den wir auch im Herbst schon besucht hatten.

Die Zeichen stehen schlecht

Der Wettergott meinte es nicht gut mit uns. Am ersten Morgen, den wir in Spanien verbrachten, regnete es. Aber ein Urlaub wäre kein Urlaub, wenn man sich da ärgern würde. Also packten wir die Bücher aus und blieben so lange im Bett, bis es aufhörte zu regnen.

Als am Nachmittag das Wetter wieder gut war, machten wir uns auf, mit dem Rad die Gegend zu erkunden. Dabei entdeckten wir wirklich wunderschöne Ecken und Wanderwege am Fluss entlang, die uns zuvor noch gar nicht aufgefallen waren.

Am nächsten Tag sah die Welt schon besser aus. Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten. Also packten wir nicht die Badehose, sondern die Klettersachen ein, und fuhren ins Valle de Abdalajis zum klettern. Leider waren wir nicht die einzigen, die auf diese Idee gekommen waren. Schnell wimmelte es am Wandfuß vor Menschen und die Sonne heizte uns auch schnell ein. Für uns waren dies keine optimalen Voraussetzungen zum klettern.
Zurück am Wohnmobil genossen wir den Luxus eines fahrbaren Gefrierschrankes und genehmigten uns eine Abkühlung in Form eines Eises und gingen einkaufen.

Zurück am Campingplatz in Ardales wollten wir eigentlich marokkanische Tajines zubereiten – die typischen Töpfe dazu hatten wir ja in der letzten Etappe, unserer Rundreise nach Marokko, gekauft und im Wohnmobil aufbewahrt – doch auch bei der Essensplanung wurde uns ein Strich durch die Rechnung gemacht: Offenbar hatten wir sie nicht richtig austrocknen lassen, denn es hatte sich Schimmel in den Tajines gebildet. Diese wanderten dann also in den Müll und das Gemüse, dass wir dazu eingekauft hatten, in den Kochtopf aus Edelstahl. Der war zumindest sauber.

Die Gesundheit – unser höchstes Gut

Am nächsten Morgen fuhren wir mit Sack und Pack nach El Chorro und parkten dort auf dem großen Parkplatz am Stausee, der auch gerne mal von anderen Kletterern als Stellplatz zum Übernachten genutzt wird (vor allem seitdem der Campingplatz dort geschlossen ist). Schon auf der Fahrt nach unten hatte Claudia heftigste Kopfschmerzen und Probleme mit dem Licht. Zum klettern war ihr gar nicht zumute. Sicherlich würde es ihr besser gehen, wenn sie sich nochmal kurz hinlegte, so war zumindest unser aller Annahme.

Eric und Christa stiegen dann in eine Mehrseillängentour ein (Amptrax). Die Sonne zeigte sich erbarmungslos, ebenso wie Claudias Kopfschmerzen. Diese waren bis zum Nachmittag richtig heftig geworden und wurden nun begleitet durch Kreislaufprobleme und Sehstörungen. Dennoch fuhren wir erstmal, nachdem wir geduscht hatten, ein Stück weiter auf der geplanten Route. Einen Tag später erreichten wir gegen Nachmittag das kleine Örtchen El Palomar. Dort kamen wir auf einem super Stellplatz unter. Der kostenpflichtige Stellplatz (10 Euro pro Nacht) bietet für seine Gäste eine umzäunte und parzellierte Fläche sowie Waschhaus und kostenlose Möglichkeit die Wasservorräte aufzufüllen, die Waschmaschine und den Trockner zu benutzen und hat nebenan auch gleich noch einen Spielplatz für die Kids. Im Grunde hat er also alles, was ein Campingplatz auch hat und liegt dazu noch direkt am Ortsrand. Für das Tor bekommt man einen Transponder, der das Tor öffnet, denn der Besitzer ist normalerweise nicht vor Ort und muss bei Ankunft auch erst angerufen werden. Spanischkenntnisse haben sich hier als sehr hilfreich erwiesen.

Schwere Entscheidungen

Leider konnten wir uns kaum an dem Komfort erfreuen, den der Stellplatz bot, denn Claudia wurde weiterhin von nicht erträglichen, sehr starken Kopfschmerzen, Kreislaufproblemen geplagt und konnte ohne Sonnenbrille nicht einmal in einem abgedunkelten Raum bleiben. Wir überlegten, sie mit dem Flieger auf die Heimreise zu schicken. Es war eine schwere Entscheidung, denn die Hoffnung war noch da, dass sich ihre Kopfschmerzen besserten. Aber falls nicht, sollte sie schnellstmöglich und bestmöglich versorgt werden. Nach vielen Gesprächen und Überlegungen und Rücksprache mit einem Arzt in Deutschland kamen wir zu dem Schluss, Claudia an den Flughafen nach Valencia zu fahren und von dort nach Hause zu schicken, damit sie dort ins Krankenhaus gebracht werden konnte. Sicher war sicher.
Es folgte am nächsten Morgen ein schwerer Abschied am Flughafen, Claudia flog alleine und wurde in Deutschland abgeholt. Der Rest der Familie fuhr die Strecke mit dem Wohnmobil nach Hause.

Ungewohnte Umstände

Per Whatsapp blieben wir mit Claudia in Kontakt,  bekamen Infos von ihrer Ankunft, dem Weg ins Krankenhaus und dem dortigen Aufenthalt. Natürlich versuchten die Reisenden, den Weg so angenehm wie möglich zu verbringen, gingen spazieren aber fuhren auch immer wieder weite Strecken. Ohne Claudia an Board war es kein Urlaub mehr und plötzlich war nicht mehr der Weg das Ziel. Siurana blieb nur ein Name auf einem Straßenschild.
Auch das Wetter wollte die Reisenden weiterhin ärgern. Eric, Christa, Ronja und Tim wurden von heftigen Winden durchgeschüttelt, als sie die Pyrenäen erreichten. Der Sturm zwang schon viele Autofahrer, die mit Anhänger unterwegs waren, zum anhalten und die kommende Nacht war die unruhigste Nacht seit langem. Der Rest des Weges war aber dann ein Kinderspiel.

Ende gut, alles gut

Nach zwei Fahrtagen waren wir wieder zuhause. Claudia wurde bald aus dem Krankenhaus entlassen und die Normalität kehrte wieder zurück. Diagnose? Keine Ahnung. Wahrscheinlich, so unser letzter Schluss, war es die Zusammenkunft mehrerer Faktoren, die das Ganze ausgelöst hatte.
Bald ging es ihr wieder besser und die nächsten Reisen konnten schon schnell wieder in Planung genommen werden.

Leider haben wir von dieser Reise nur sehr wenige Bilder:

zuhause ist, wo man sich wohlfühlt