Italien / Frankreich / Österreich Rundreise August 2015

Hauptreiseziele: Montestrutto (Italien), Briaçon (Frankreich), Gignese (Italien), Arco (Italien), Längenfeld (Österreich)

Reisedauer: 4 Wochen

Reisende: Eric, Claudia, Christa, Ronja (10 Jahre), Tim (4 Jahre)

An- und Abreise: Wohnmobil

Reisemittel vor Ort: E-Bikes / Fahrrad

Aktivitäten: klettern, schwimmen, wandern, die Umgebung erkunden, Eis essen und das Leben auf Reisen genießen

Reisebericht: Während in Deutschland in diesem Sommer die Temperaturen das Thermometer hinauf kletterten, kletterte auch unsere Vorfreude immer weiter ins Unermessliche. Diesen Sommer wollten wir vier Wochen mit unserem Wohnmobil unterwegs sein. Geplant war es, eine kleine Rundreise zu starten: Deutschland, Schweiz, Frankreich, Italien, Österreich und zurück nach Deutschland.

Settimo Vittone / Montestrutto (Italien)

Als der Tag der Abreise kam, liefen zwei Dinge nicht ganz so wie gewünscht: Das Wetter war schlecht und bereits Ortsausgang standen wir mehr oder weniger im Stau. Auf der Autobahn bei uns um die Ecke ereignete sich am Vormittag ein Unfall mit Vollsperrung für den ganzen restlichen Tag.
Glücklicherweise wollten die meisten Menschen offenbar in die entgegengesetzte Richtung, denn sobald wir endlich die Autobahn erreichten, hatten wir freie Fahrt.

Wir kamen gut voran, doch das Wetter zeigte sich weiterhin schlecht. Deshalb übersprangen wir die Schweiz mit nur einem Zwischenstopp für die Nacht in der Nähe von Bern und fuhren direkt am Morgen weiter nach Italien - genauer gesagt nach Settimo Vittone. Dort gibt es einen beschaulichen und schönen Campingplatz, fernab jeglichen Tourismus, auf dem wir die nächsten Tage verbringen wollten. Doch bevor wir uns auf dem Campingplatz niederließen, war eine Zwischenstation Pflicht: Das Eiscafé.

Der Campingplatz liegt im schönen Piemont am Fuße einiger Berge, hat Zugang zu einem schönen kleinen und flachen Fluss, der sich hervorragend zum Abkühlen und zum Spielen für die Kinder eignet. Mit Fahrrädern ausgerüstet sind die Klettergebiete und Geschäfte in der Umgebung ebenfalls kinderleicht zu erreichen und der Preis des Platzes dort ist nahezu unschlagbar. So viele Vorteile muss man leider mit auch mit Nachteilen bezahlen: Es finden sich fast nur italienische Dauercamper auf dem Platz und für Ronja und Tim bot sich somit keine Chance einen Spielgefährten zu finden, der sie auch verstand. Und auch in den Geschäften kann man sich glücklich schätzen, wenn mal jemand Englisch spricht. Meist mussten wir uns mit Händen und Füßen verständigen, doch das macht ja auch in gewissen Maßen Spaß.

Am Nachmittag besuchten wir natürlich auch gleich den Klettergarten Montestrutto, der nur einige Fahrrad-Fahrminuten entfernt liegt. Wer mit Kindern unterwegs ist, kommt hier voll auf seine Kosten, denn der Klettergarten glänzt mit riesiger Spielwiese, Kinderkletterrouten (auch um Vorstieg zu üben) und einem kleinen Restaurant (und mit ordentlichen Toiletten). Weil es aber noch nicht trocken war und immer wieder leicht regnete, waren wir dort nur zur Erkundung und um im Restaurant ein leckeres Panini zu essen. Essen und trinken kann man hier nicht nur sehr gut, sondern auch sehr günstig. Ein Cappuccino kostete hier beispielsweise unschlagbare 90 Cent.

Ab dem zweiten Tag in Italien lachte uns auch schon die Sonne an und es wurde richtig warm. Perfektes Kletterwetter. Aber auch perfektes Wetter, um im Fluss zu planschen oder an einer ruhigen Stelle die Tierwelt zu beobachten.

Um unsere E-Bikes auszutesten und auszunutzen, waren Eric und Christa auch im Klettergebiet "Arnad-Bard", das etwa 15 Kilometer entfernt lag. Dort stiegen sie in eine Mehrseillängentour ein. Aber schon während des Zustieges kam ihnen etwas spanisch (oder in diesem Fall eher italienisch) vor, denn um überhaupt an den Einstieg zu gelangen kämpften sich die beiden ein nicht ganz ungefährliches Stück Fels hinauf. Später beim Abstieg bemerkten sie, dass sie eine Abzweigung übersehen hatten und somit statt des wirklich kinderleichten Kletterstieges einen unmöglichen Weg genommen hatten. Naja, hatte ja trotzdem geklappt, wenn auch mit deutlich mehr Anstrengung. Schön war es trotzdem.

Nachdem wir ein paar Tage in Settimo Vittone verbracht hatten, zogen wir weiter nach Frankreich, genauer gesagt in die Nähe von Briançon. Auf dem Weg dorthin machten wir in der wunderschönen kleinen Stadt Oulx Pause. Leider reichte die Zeit nur für ein Mittagessen und einen Kaffee, denn wir hatten nicht allzuviel Zeit hier eingeplant. Doch die kleine Stadt erschien uns sehr charmant.
Auf der Weiterfahrt kamen wir dann auf die Idee, uns noch eine Grotte anzusehen, die an der Straße ausgeschildert war.
Leider verpassten wir den Parkplatz und fuhren die Straße etwas weiter. Die Straße wurde enger und enger und eine kleine Kreuzung war die einzige Wendemöglichkeit für unser kleines Dickschiff. Dummerweise verlief die abzweigende Straße steil nach oben und auf der anderen Seite ging es noch steiler einen Hang hinunter. Wir leisteten Millimeterarbeit und alle hielten bereits die Luft an, als beim Rückwärts fahren die Reifen durchdrehten und es nur noch vorwärts in Richtung Abgrund weiterging.
Glücklicherweise hatte es geklappt zu wenden, alle atmeten durch und weiter ging die Fahrt. Genauer gesagt 20 Meter, denn dann stand ein Auto vor uns. Unser Wohnmobil nahm jedoch fast die gesamte Straßenbreite ein und rückwärts bis zur Kreuzung zu fahren war keine Option. Ein Erwachsener stieg aus, um der mittlerweile etwas hektischen älteren Dame zu sagen, dass sie etwa 10 Meter rückwärts bis zur nächsten Einbuchtung fahren müsse. Gut war, dass die Dame gut Englisch sprach. Schlecht war, dass sie überhaupt nicht Auto, geschweige denn Rückwärts fahren konnte.
Wir mussten ihr helfen, indem wir ihr Kommandos zeigten, wie weit sie in welche Richtung das Lenkrad einschlagen musste und so pressten sich unser Wohnmobil und der kleine Peugeot auf der schmalen Straße aneinander vorbei. Claudia, die nicht hinsehen konnte, hatte bereits die Fenster zugemacht und den Rollo vorgezogen und alle anderen hielten ebenfalls die Luft an. Aber es war ja noch viel Platz zwischen den beiden Fahrzeugen: mindestens zwei Blatt Papier hätten noch dazwischen gepasst - vielleicht sogar drei.

La Villaret (Frankreich)

Briançon liegt auf 1326 m Höhe und ist somit die höchstgelegene Stadt in der EU. La Villaret ist ein kleiner Ort in der Nähe und liegt nur knapp darunter. Der Entschluss, dorthin zu fahren erwies sich als goldrichtig, denn während in Deutschland die Temperaturanzeigen die 40 Grad ankratzten, war es dort lockere 10 Grad kälter und Nachts wehte ein kühles Lüftchen, sodass man angenehm schlafen konnte.
Der Campingplatz dort ist deutlich belebter als im verschlafenen Settimo Vittone und hatte auch mehr für unsere beiden Kinder zu bieten, denn neben einem tollen Pool gab es dort auch andere deutschsprachige Kinder. Fußläufig ist ein Aldi erreichbar, dafür ist der Weg in die Klettergebiete deutlich anstrengender als beispielsweise in Settimo Vittone. Auch für touristische Ausflüge ist die Campingleitung bestens vorbereitet und hat gleich viele Vorschläge auf Lager.

Wir besuchten zuerst das Klettergebiet "Baron" oberhalb von La Villaret. Die Absicherung und der Fels hier erschienen uns fantastisch gut und auch die Auswahl an Routen und Schwierigkeiten war groß, sodass die Zeit am Fels einfach verflog. Am Campingplatz erzählten uns unsere Platznachbarn später, dass das Gebiet zwar schön sei, das Gebiet "Casse de Prelles", welches für uns ebenfalls gut erreichbar sei, deutlich schöner wäre. Dort wäre der Fels noch viel griffiger als am Baron und man wäre nahezu alleine am Fels. Wir konnten es zwar kaum glauben,  doch die Nachbarn behielten Recht. Der Zustieg war zwar etwas länger und Ronja war gar nicht begeistert davon, so viel zu laufen, aber der Fels und auch die Absicherungen waren grandios. Wir möchten fast behaupten, dies war eines der besten Klettergebiete, die wir überhaupt in letzter Zeit besucht hatten (neben Laos, was aber deutlich schwieriger zu erreichen ist).

An einem kletterfreien Tag spielten wir verkehrte Welt. Die Kinder waren einen Tag lang Eltern und die Erwachsenen waren Kinder. Ronja und Tim wurden morgens mit einem quengelnden "wir haben soooo einen Hunger" geweckt und mussten die drei Kinder versorgen. Dafür hatten sie freie Entscheidungsfreiheit über den ganzen Tag, was Tim natürlich ausnutzte, um jede Menge Quatsch zu machen. Anfangs hatten alle großen Spaß bei der Sache, es wurde viel gescherzt und gelacht, doch gegen Abend erkannten die Kinder (vor allem Ronja) dass erwachsen sein nicht immer einfach ist und es auch keine Hilfe ist, wenn ständig jemand dazwischen nörgelt. Ab diesem Tag war Ronja ein ganz großes Stück gewachsen und hat dann ein Stück freiwilliger beim Abwasch geholfen oder griff uns etwas bereitwilliger unter die Arme.

Nachdem wir einige wundervolle Tage in La Villaret verbracht hatten, fuhren wir wieder weiter. Wir wollten in Richtung Arco aber auf jeden Fall einen Zwischenstopp einlegen. Und da wir uns in Arco mit einer Freundin verabredet hatten, hatten wir ja auch nicht unbegrenzt Zeit. Also verabschiedeten wir uns von diesem wunderschönen Klettergebiet und fuhren zurück nach Italien.

Gignese (Italien)

Gignese liegt zwischen dem Ortasee und dem Lago Maggiore am Monte Mottarone. Der Campingplatz liegt oberhalb des Dorfes und wird fast ausschließlich von italienischen Dauercampern bewohnt. Außer uns waren nur noch eine Hand voll Camper ohne festen Stellplatz vorhanden, was uns wunderte, denn der Platz hat eine schöne Lage und ist liebevoll aufgebaut. Alte Zugwaggons umrahmen den Pool und geben dem Treiben dort ein sehr schönes Bild. Auch das Wetter dort war gut, denn während in der Ebene bei Torino unerträglich heiße Temperaturen herrschten, war es dort sehr angenehm.

Das Klettergebiet, wegen dem wir hier Stopp machten, befindet sich auf dem Monte Mottarone. Fährt man mit dem Auto hoch, muss man eine Gebühr für das Befahren des Naturschutzgebietes zahlen. Mit unseren Fahrrädern mussten wir glücklicherweise nichts bezahlen, als unseren Schweiß. Da es etwa 10 Kilometer wirklich steil bergauf geht, waren unsere E-Bikes wirklich praktisch. Zuerst schauten wir uns den Weg an, den wir nehmen mussten, um hoch zu fahren. Da aber die Kinder am Platz blieben, kehrten wir oben gleich auch wieder um, ohne die Klettersektoren anzusteuern - ganz großer Fehler, denn als wir zu zweit abermals den Berg hoch fuhren und das Klettergebiet ausfindig machten, stellten wir fest, dass es einen endlos langen Zustieg hatte (und wir waren nur im Gebiet La Rossa - das als nächstgelegen ausgewiesen war). Beim klettern kam dann die nächste böse Überraschung: miserable Absicherung. Viele Schrauben an den Bohrhaken der Zwischensicherungen waren durchgerostet und auch einige Umlenker samt Ketten waren komplett verrostet. Das Klettern dort fiel uns ebenfalls schwer. Der Fels, roter feinkörniger Granit, war nicht unser Ding und wir kamen eine 4C (!) nicht hoch, ohne uns ins Seil zu setzen. Aber wenigstens war der Ausblick umwerfend. Für wanderbegeisterte sicher ein lohnendes Ziel. Wir aber erklärten das Gebiet zwar für optisch wunderschön, doch klettertechnisch für abgehakt und verließen Gignese deshalb schnell wieder.

Arco (Italien)

Das nächste Ziel unserer Reise war Arco, wo wir unseren längsten Stop geplant hatten. Arco besuchten wir in der Vergangenheit schon öfter und für uns ist Arco immer wieder schön. Der kleine Ort ist ganz auf Klettertourismus ausgerichtet und in diesem Fall ist Tourismus auch etwas schönes für uns. Es macht einfach Spaß, durch die vielen Kletter- und Outdoorgeschäfte zu schlendern und dort rüsten wir auch jedes Mal unsere Ausrüstung wieder auf.

Angekommen auf dem Campingplatz (Camping Zoo) richteten wir schnell unser Mobil aus und wollten in das Zentrum der Stadt. Wir waren hungrig und freuten uns schon alle auf die leckere Pizza, die wir gleich essen wollten. Wir hoben die Räder vom Fahrradträger doch als wir Tims Kinderrad an Erics Fahrrad anhängen wollten (wir nutzen hierzu die Tandemkupplung von "FollowMe"), stellten wir fest, dass sich eine Verlängerungsmutter an Tims Achse gelöst hatte. Ohne diese war es uns natürlich nicht möglich, Tim zu trailern. Also ging es erstmal zu Fuß in die Stadt.

Die verlorene Achsverlängerung stellte uns vor ein kleines Problem, denn nach Arco ins Zentrum konnte Tim definitiv noch nicht ohne Hilfe fahren, ganz zu schweigen von der Strecke an den Gardasee. Überhaupt war sein Rad, so wie es war, komplett unbrauchbar. Er konnte ja nicht einmal auf dem Platz herumradeln.
Eine passende Mutter wurde bald in einem Baumarkt gefunden, doch eine Achsverlängerung gab es nicht. Dank kostenlosem WiFi durchforsteten wir das Internet und bestellten dann eine Verlängerung, die innerhalb von fünf Tagen von Deutschland an den Campingplatz geliefert werden sollte.  Um die Zeit zu überbrücken, mussten wir also in den sauren Apfel beißen und für Tim einen Anhänger mieten, damit wir wenigstens mobil waren.

In den nächsten Tagen waren wir sehr damit beschäftigt, ausgiebig viel Eis zu essen und Mehrseillängentouren im angrenzenden Klettergebiet zu klettern, während immer ein Erwachsener bei den Kindern am Platz blieb. Da die Kinder schnell Freunde auf dem Platz fanden, kamen so alle voll auf ihre Kosten.
Nach wenigen Tagen bekam wir Besuch von einer Freundin, die ihr Zelt bei uns für fünf Tage aufschlug. Sie machte hier ihre ersten Erfahrungen mit Mehrseillängentouren am Fels und lernte die charmante kleine Stadt beim shoppen kennen.  Hin und wieder verfluchte sie uns, weil wir sie irgendwo die Felsen raufquälten, doch im Großen und Ganzen waren wir gnädig mit ihr und entschädigten Sie mit leckerer Pizza und Eis und fuhren auch gemeinsam mit ihr an den Gardasee zum schwimmen. Das Wetter zeigte sich gnädig und meist hatten wir tolles Wetter zum klettern, auch wenn hin und wieder mal ein paar Wolken auftauchten oder es zwischendurch mal regnete. Regen ist in Arco eigentlich nichts schlimmes, denn meist sieht am nächsten Tag die Welt wieder gut aus und der Fels ist schnell wieder trocken und kletterbar.

Nachdem Denise abgereist war, beschlossen wir, ein neues Gebiet zu erforschen und fuhren dazu an den Parete di Padaro. Dort wollten uns die Route Esculapio genauer ansehen.
Gemütlich frühstückten wir alle zusammen, dann sattelten Eric und Christa die Bikes und düsten los - bis Erics Akku leer war. Er hatte nämlich nicht noch einmal aufgeladen und durfte das letzte Stück ohne Hilfe den Berg hoch strampeln. Mit etwas Verspätung erreichten sie dann den Einstieg, teilten sich den ersten der drei Müsliriegel, die sie im Gepäck hatten und stiegen in die Tour ein. Glücklicherweise hatten sie einiges an Camelots, Tricams und Link Cams dabei, denn auch wenn die Route nicht clean war, waren die Schlingen uralt. So alt, dass einige davon bereits mit Erde bedeckt waren und kleine Pflanzen darauf wuchsen. Eine Route selbst abzusichern und abzubauen erfordert bekanntermaßen mehr Zeit als einfach in vorhandene Bolts und Schlingen zu klicken und so kam eins zum anderen und es wurde spät und später. Als sie die neun Seillängen hinter sich gebracht hatten, war es nicht wie geplant ca. 16:00 Uhr sondern 19:00 Uhr oder später.
Kaum oben angekommen belohnte Petrus die beiden mit einem kurzen aber kalten Regenschauer, der den Abstieg noch etwas interessanter machen sollte, als er ohnehin schon war. Zuerst musste die Abseilstelle gefunden werden, die sich rechts vom Ausstieg befinden sollte. Nach kurzer Suche war sie auch gefunden, sie seilten sich die 25 Meter auf das nächste Felsband ab und folgten diesem. Doch von der zweiten Abseilstelle war erstmal keine Spur. Über rutschigen Boden marschierend suchten sie nach dem richtigen Weg, der nirgends so richtig ausgewiesen war. Irgendwann fanden sie dann doch den Abstieg und während es immer dunkler wurde, kamen die beiden an die nächste Abseilstelle. 50 Meter ging es hier in die Tiefe und mittlerweile war es so dunkel, dass man gar nicht mehr sehen konnte, wohin man sich Abseilte. Was im Guide nicht beschrieben war, war der weitere Abstieg. Dieser führte nämlich klettersteigmäßig nach unten. Ohne Taschenlampen und mit leerem Magen (die drei Müsliriegel waren längst aufgebraucht) war der Abstieg alles andere als leicht und Christa war fix und fertig. Immer wieder hielten Eric und Christa mit Claudia Funkkontakt und als die beiden endlich wieder Orientierung hatten, beschloss Claudia ihnen entgegen zu kommen. Ein Campingnachbar bot an, sie mit dem Auto zum Klettergebiet zu fahren. Schnell schmierte sie zwei Brötchen für die fast Verhungerten, schnappte Stirnlampen und lange Kleidung für die frierende Christa und fuhr los. Tatsächlich fand sie die beiden, die den Abstieg fast hinter sich gebracht hatten, und leuchtete ihnen den Rest des Weges.
Frisch gestärkt (man möchte sagen, es war das beste Käsebrötchen, der Welt) konnten die beiden dann auch den letzten Abschnitt der 14-stündigen Tour - die Fahrt mit dem Fahrrad zurück zum Campingplatz - antreten.

Christa war am nächsten Tag zu platt zum klettern, doch Eric war natürlich schon wieder fit und konnte es kaum erwarten mit Claudia wieder aufzubrechen. Am Abend bekamen wir dann auch schon wieder Besuch von zwei Freunden auf dem Campingplatz. Die beiden blieben über das Wochenende und Maria kletterte dort auch mit uns.

Viel zu schnell verging die Zeit in unserem geliebten Arco und wir verabschiedeten unsere Freunde mit einem leckeren Essen im Veganima, einem vegetarischen Restaurant in Arco. Nachdem die beiden dann am Sonntagabend aufgebrochen waren, hieß es am Montag auch für uns: sauber machen, einpacken, ein letztes Eis und einen letzten Kaffee in Arco genießen und weiterfahren.

Ötztal (Österreich)

Als wir im in Imst ankamen, war das Wetter durchwachsen. Abends aßen wir im Hotel Neuner (sehr empfehlenswert) und übernachteten etwas abgelegen in der Nähe von Sautens. Auch am nächsten Tag war es noch zu feucht zum klettern, also entschieden wir uns für eine schöne Wanderung in Österreichs Bergen. In Hoch-Imst fuhren wir mit dem Sessellift zur Mittelstation, stiegen dort aus und wanderten zur Muttekopfhütte. Dort machten wir eine kleine Pause und aßen zu Mittag, dann ging es weiter zur Bergstation. Mit dem Sessellift ging es nach unten, wir stiegen wieder an der Mittelstation aus. Das letzte Stück wollten wir natürlich mit dem Alpin Coaster zurücklegen.

Nachdem alle Coasterpiloten heil unten angekommen waren, suchten wir uns ein schönes Plätzchen auf dem Campingplatz in Längenfeld. Schönes Plätzchen ist wirklich nicht untertrieben, denn selten hatten wir auf einem so hervorragenden und sauberen Campingplatz gestanden. Auch die Kinder fanden den Platz super, denn er bot so einiges: einen tollen Spielplatz, einen Raum für kleine Kinder (Krabbelraum) und für größere Kinder gab es ebenfalls einen warmen und trockenen Raum zum spielen. Dort wären auch mal ein paar Regentage gut zu überbrücken. Glücklicherweise blieben wir aber vom Regen verschont und konnten unsere letzten Urlaubstage unter Österreichs blauem Himmel genießen.

Natürlich waren wir hierher gekommen, um zu klettern. Vor wunderschöner Kulisse packten wir Seil, Gurt und was sonst so zum klettern gehört auf die Räder und starteten zuerst zum Klettergebiet Oberried und dann zur etwas entfernteren Engelswand. Christas Akku machte wieder einmal Zicken und weil sie ohne Hilfsmotor sicher nicht zurück gekommen wäre, holte Eric sie und die Kinder nach einer wunderschönen Kletterpartie mit dem Wohnmobil an der Engelswand ab. Da wir nur kurz in Längenfeld blieben, hieß es auch hier bald wieder: einpacken, einsteigen und weiterfahren. Bevor es wirklich wieder zurück in Richtung deutscher Grenze gehen sollte, machten wir aber bei bestem Wetter einen Zwischenstopp im nahen Winkeln. Dort wollten die Kinder noch einen Kinder-Geocache suchen. Dieser führte uns durch einen richtigen Märchenwald, wo die Kleinen begeistert die Stationen des Caches suchten und die Großen richtig die Seele baumeln lassen konnten.
An diesem Abend übernachteten wir kurz vor der deutschen Grenze in Heiterwang. Dort gab es einen Stellplatz, der mit großem Kinderspielplatz und Brötchenservice am nächsten Morgen (in der Gaststätte) aufwarten konnte. Wir warfen ein letztes Mal für diesen Urlaub den Grill an und ließen es uns gut gehen. Am folgenden Morgen ging es noch ein letztes Mal klettern in Österreich und dann waren wir auch schon wieder zurück in Deutschland. Ein wunderbarer und sehr kurzweiliger Urlaub war mal wieder einmal viel zu schnell vorbei...

zuhause ist, wo man sich wohlfühlt