Adria Coral Classic 670 SL

Unser Wohnmobil, ein Adria Coral Classic 670 SL, ist nun etwa ein gutes halbes Jahr alt (Erstzulassung: 06.05.2015) und wurde bereits gut und ausgiebig von uns genutzt. Zeit, ein kleines Feedback darüber zu schreiben:

Ein paar Eckdaten unseres Wohnmobils

Modell: Adria Coral Classic 670 SL
Aufbau: Alkoven
Fahrzeug: Fiat Ducato
Fahrzeuglänge: 7,35 Meter (ohne Fahrradträger)
Fahrzeughöhe: 3,09 Meter
Fahrzeugbreite: 2,30 Meter (Ohne Außenspiegel und Anbauteile)
Zulässiges Gesamtgewicht: 4250 kg
Leermasse: 3101 kg
Zulässige maximale Achslast Vorderachse: 2100 kg
Zulässige maximale Achslast Hinterachse: 2400 kg
Hubraum: 2287 ccm
Nennleistung: 109KW
Kraftstoffart: Diesel
Volumen Dieseltank: 120 Liter
Durchschnittliicher Verbrauch: 12 Liter
Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h
Zugelassene Sitzplätze: 5
Schlafplätze: 6

Erwähnenswertes

Folgendes wurde noch von unserem Händler (MPG Mobilpartner Gütersloh OHGvor Auslieferung eingebaut:

  • Auf unserem Dach befinden sich zwei Solarzellen mit jeweils 130 Watt.
  • Solar-Fernanzeige
  • Eine extra Aufbaubatterie mit 100 AH
  • Eine Klimaanlage von Dometic Typ Fresh Jet 2200
  • Eine Markise von Thule Typ Omnistor 5003 mit 4,5 Meter länge
  • Ein Navi Blaupunkt Typ Los Angeles 530 mit Rückfahrkamera von Waeco Typ 530W
  • Fahrradträger Thule Excellent
  • Zusatzluftfederung
  • verstärkte Lichtmaschine

Folgende Veränderungen haben wir noch selbst vorgenommen:

  • Befestigungsschienen in der Heckgarage zur Stauraumoptimierung
  • Alarmanlage mit eigener Erweiterung zur Fahrradüberwachung
  • Trennvorhang im Alkoven, damit jedes der Kinder sein eigenes Reich hat
  • Gasfesttank zur LPG-Außenbetankung inkl. Gassteckdose auf der Beifahrerseite (siehe hier)
  • Schlauchanschluss in der Heckgarage
  • weitere 12V Steckdosen
  • weitere Haltevorrichtungen für z. B. Handtücher

Beschreibung

Wir haben uns sofort in dieses Modell verliebt, als wir das erste Mal auf der Wohnmobilmesse in Düsseldorf einen Fuß hinein setzten. Wir hatten über neun Monate nach einem passenden Mobil gesucht und uns viele, nein, sehr viele Wohnmobile angeschaut. Bei vielen bleiben Fragen offen oder mindestens einem von uns gefiel es schlichtweg nicht. Die allermeisten aber hatten das Problem, dass sie nur vier eingetragene Sitzplätze hatten oder das Bett im Heck für unsere Ansprüche zu klein war.

Das Wohnmobil ist in zwei Varianten erhältlich: einmal mit 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht und einmal mit 4,25 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht.
Nach dem ersten Messetag rechneten wir im Hotel durch und kamen zu dem Ergebnis, dass die 3,5 Tonnen-Version für uns unmöglich ist. Mit gefüllten Tanks, Fahrradträger und Markise, die für uns zur Mindestausstattung gehörten, sowie vier weiteren Fahrgästen wäre das Mobil schon an seiner Beladungsgrenze angekommen. Dabei hätten wir aber noch keine Kletterausrüstung oder Lebensmittel etc. mit eingepackt und kein Fahrrad auf den dafür vorgesehenen Träger gepackt.
Noch auf der Messe bestellten wir das Mobil in der aufgelasteten 4,25 Tonnen-Version und beauftragten gleichzeitig einige Zusätze wie die Markise und den Fahrradträger für vier Fahrräder.

Im Mai diesen Jahres konnten wir unser neues Baby in Gütersloh in Empfang nehmen und noch am Tag der Übernahme testeten wir es gleich für eine Nacht.
Mittlerweile haben wir so einige Wochenenden sowie zwei längere Urlaube darin verbracht (einmal vier Wochen im Sommer und einmal zwei Wochen im Herbst).
Auch in längeren Urlauben verweilen wir nur selten länger als ein paar Tage an einem Ort. So kommt es, dass wir in einem halben Jahr 7790 Kilometer mit dem Wohnmobil zurück legten und im Schnitt einen Dieselverbrauch von 12 Liter haben. Das Wohnmobil lässt sich auf der Straße im Vergleich zu unserem alten (ein Dethleffs Advantage) super gut fahren, was mitunter auch an der Luftfederung liegt. Schon oft wurde in diesem halben Jahr alles mögliche ein- und wieder ausgeladen, Schränke geöffnet, Türen geschlossen und es wurde schon einige Zeit auf der Straße und auf verschiedenen Stellplätzen verbracht.

Auch konnten wir inzwischen heiße Tage im Sommer (Italien) sowie kalte und regenreiche Tage im Herbst (Deutschland/Frankreich) im Wohnmobil erleben und müssen sagen, dass bisher alles gut geklappt hat. Die Heizung macht schnell und zuverlässig warm, die Klimaanlage hatten wir im Sommer in Italien zum testen auch schon an. Diese macht allerdings relativ viel Lärm und wird bei uns nur selten zum Einsatz kommen zumal das Wohnmobil doch sehr erträgliche Raumklimaverhältnisse hat – auch im Sommer.

Die beiden Solarzellen auf dem Dach in Verbindung mit der zusätzlichen Aufbaubatterie sind für uns unverzichtbar, denn so sind wir in der Lage auch mal zwei Tage autark zu stehen und dabei alle unsere Handys zu laden etc.
Einzig ein Spannungswandler wollen wir noch nachrüsten, damit wir in Zukunft auch die Akkus von unseren E-Bikes im Wohnmobil laden können. Dafür müssen wir derzeit noch externe Stromquellen anzapfen.

Auch der Wassertank ist ausreichend für uns fünf Personen, um für zwei Tage inkl. duschen autark zu stehen. Dann ist aber Schicht im Schacht und wir müssen eine Trinkwasserquelle suchen. Deshalb möchten wir im nächsten Sommer, wenn das Mobil wieder bei uns zuhause steht, einen zusätzlichen Frischwassertank nachrüsten. Diesen haben wir schon auf Maß fertigen lassen. Er steht schon bei uns zuhause und wartet auf seinen Einsatz.

Besonders gut gefallen hat uns die helle Optik der Möbel und des Innenraumes. Die Schränke schließen alle zuverlässig. Nur einen Hängeschrank mussten wir bisher nachstellen, weil er sich nicht mehr schließen ließ. Das Mobil ist mit einem großen Kühlschrank mit separatem Gefrierfach ausgestattet und hat außerdem einen Backofen, was uns besonders gut gefiel. Beides arbeitet äußerst zuverlässig und auch im Sommer bei heißen Temperaturen hatte der Kühlschrank keinerlei Probleme die Temperaturen zu halten. Auch der drei-flammige Gasherd lässt sich gut regeln und ist leicht zu reinigen. Die Dunstabzugshaube ist ebenfalls eine schöne Sache beim Kochen. Dennoch kochen wir stark riechende Sachen ausschließlich draußen im Freien denn so leistungsstark wie eine richtige Abzugshaube für zuhause ist diese natürlich nicht.
Das Wohnmobil ist überall mit LED-Lampen ausgestattet und hat eher zu viel als zu wenig Beleuchtungsmöglichkeiten.

Die Möglichkeiten etwas zu verstauen sind gut. Das Mobil ist mit einer großen Heckgarage ausgestattet, die wir mit zusätzlichen Befestigungsschienen optimiert haben. Unter dem großen Heckbett befinden sich ebenfalls zwei große Stauräume und eine Schublade für allerhand Zeug wie zum Beispiel Getränke, Lebensmittel oder was man sonst an großen und sperrigen Dingen mit sich herumfährt.
Auch für die Kleidung, ebenso wie im Bad sind mehr als genügend Staumöglichkeiten vorhanden. Einzig Handtuchhaken sind für fünf Personen zu wenige da gewesen und mussten von uns nachgerüstet werden.

Toll für uns ist auch die Raumaufteilung im Bad. Eine feste Zimmertür trennt das Badezimmer mit Toilette, Waschbecken und Badezimmerschränken vom Rest ab. Öffnet man diese Tür, schließt sie nach vorne zum Wohnraum ab. Man hat dann ein großes Badezimmer mit Dusche, die sich auf der gegenüberliegenenden Seite des Bades befindet.
Die Dusche selbst hat eine angenehme Größe, sodass man sich darin auch gut bewegen kann. Zwei Bodenabläufe sorgen auch dafür, dass das Wasser abläuft, wenn man mal nicht ganz gerade steht. Steht man allerdings sehr schräg, läuft auch hier das Wasser nicht ganz optimal ab, was aber am Höhenverhältnis zum Abwassertank hinten im Heck des Fahrzeugs liegt.
Das Alkovenbett lässt sich im Bedarfsfall zurückschieben bzw. die Matratze wird dann in diesem Fall umgeklappt. So hat man auch am Tisch mehr als Stehhöhe erreicht. Leider hat das Alkovenbett dafür oft die schlechte Angewohnheit während der Fahrt unangenehm zu quietschen.

Die Sitzgruppe ist als L-Dinette mit variabel verschiebbarem Tisch eingebaut. Der fünfte zugelassene Sitz ist während der Fahrt auf der Beifahrerseite nach hinten ausgerichtet. Zum Essen kann man diesen mit wenigen Handgriffen seitlich ausrichten. Der Fahrer- und der Beifahrersitz wird umgedreht und so kann die ganze Familie am Tisch sitzen. Der Tisch ist zwar klein aber ausreichend. Die Polster sind sehr bequem. Die Sitzgruppe lässt sich auch zu einem weiteren Bett umbauen.

Mängel, Reparaturen und Ähnliches

Auf der Messe war am fünften Sitzplatz, der gegen die Fahrtrichtung ausgerichtet ist, eine Schublade eingebaut. Diese diente dazu, dass die fünfte Person ihre Füße bequem abstellen kann, da der Sitz minimal höher ist, als die anderen und außerdem die Stufe vom Eingang vor dem Sitz endet.
Bei Auslieferung war an dieser Stelle jedoch ein kleines Staufach. Uns ärgerte es ein wenig, denn die Abstellmöglichkeit wäre für Ronja super gewesen. Jetzt kann man während der Fahrt die Füße nicht bequem abstellen. Da wir uns ein Messemodell angeschaut hatten, dass noch nicht in Serienproduktion war, hat Adria sich das Recht vorbehalten, Änderungen zum Ausstellungsstück vorzunehmen. Trotz mehrmaligen Anfragen an Adria konnten wir einen Umbau des Stauraumes nicht durchbringen.

Bisher gab es aber sonst nur wenig zu bemängeln und nichts davon war wirklich gravierend.

  • L-Dinette: Der Sitz der L-Dinette auf der Fahrerseite vor dem Fenster seitlich zur Fahrtrichtung wird von Tim während der Mahlzeiten besetzt. Um diesen Sitzplatz einzurichten gibt es ein zweigliedriges Brett. Dieses ist mit vier Scharnieren am Fahrzeug befestigt und wird in L-Form aufgestellt, bevor das Poster daraufgeklemmt wird.
    Bei Auslieferung war das zweite Brett so kurz, dass die ganze Geschichte sehr instabil war und das Polster gerne nach vorne wegkippte. Wir haben einfach ein weiteres Brett dazu gemacht und schon passte die Sache wieder.
  • Wasserhahn Küche (Einhebelmischer Keramik Trend S): Als wir in unseren Herbsturlaub aufbrachen, stellten wir bei Abfahrt fest, dass Wasser am Wasserhahn in der Küche stand. Kurz nachdem wir es weggewischt hatten und losgefahren waren, bemerkten wir, dass der Wasserhahn selbst undicht war. Wir holten bei einem Händler unterwegs einen neuen, optisch gleichen Wasserhahn. Die Anschlüsse waren geringfügig anders, das Problem nach einiger Zeit das gleiche. Der neue Wasserhahn war ebenfalls nach einiger Zeit undicht geworden.
  • Navigationssystem: Das Navigationssystem ist an sich nicht schlecht und man kann auch einiges vorab einstellen. Was uns aber mehr als einmal sauer aufstieß ist die Tatsache, dass es etwas umständlich navigierte. Oft fällt sowas nicht auf, aber in wenigen Fällen hatten wir bereits gemerkt, dass die vorgeschlagene Route länger war, als nötig. Auch wenn man versehentlich falsch abbog, zeigte es nicht an „bei der nächsten Möglichkeit bitte wenden“ sondern führte uns mitunter mehrere Kilometer in eine Richtung, um an einem Kreisel wieder in die Gegenfahrtrichtung einzuschlagen.
    Seit dem liegt wieder eine nette Karte auf dem Schoß des Beifahrers, um wenigstens die grobe Route zu kontrollieren.
  • Das Alkovenbett neigt öfter dazu, unangenehm zu quietschen. Leider haben wir noch nicht ausmachen können, woran genau das liegt.